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Lagarith Lossless Codec und MeGUI

Wenn dich deine Rednerergebnisse bisher nicht wirklich überzeugen konnten, deine Videoqualität nicht mal mehr annähernd etwas mit deinen Rohmaterialien zu tun hat - dann kann dir der Largarith Lossless Codec vielleicht weiterhelfen. In einem kleinen Step-by-Step-Tutorial werde ich dir erklären, wie du mit etwas mehr Aufwand zu wesentlich besseren Videoergebnissen kommen kannst.

Was wird benötigt?

In diesem Tutorial nutze ich das Sony Movie Studio 11 HD Platinum. Jedes andere anständige Videobearbeitungsprogramm sollte allerdings auch einen Import des Largarith Lossless Codecs zulassen.

Du benötigst folgendes:

  1. Ein Videobearbeitungsprogramm (in diesem Fall Sony Movie Studio 11 HD Platinum)
  2. Den Largarith Lossless Codec
  3. Das Programm MeGUI
  4. Das Programm mkvmerge GUI oder MKVToolnix
  5. Viel Platz auf der Festplatte

Schritt 1: Programme und Codec runterladen

Bevor wir überhaupt anfangen können, solltest du dir erst einmal die Programme runterladen. Da wir den Codec schon im nächsten Schritt benötigen, solltest du ihn als erstes installieren. Die beiden anderen Programme kannst du auch schon im Vorraus installieren, oder es aber auch später im Anschluss machen.

Schritt 2: Den Lagarith Lossless Codec importieren und verwenden

Jetzt geht es darum, den Largarith Lossless Codec für deine Projekte zu verwenden. Durch die vorherige Installation wurde der Codec schon in dein Videobearbeitungsprogramm importiert. Alles, was du jetzt noch machen musst, ist eine für dein Projekt geeignete Rendervorlage zu erstellen. Ich verwende das Sony Movie Studio 11 HD Platinum (SMS11).

Um eine Vorlage zu erstellen, öffnest du erst einmal das Bearbeitungsprogramm und erstellst oder lädst dein zu renderndes Videoprojekt. Hier findest du ein kleines Tutorial, wie man ein Projekt bei SMS11 erstellen und Qualitätskatastrophen wie Ghosting, Pixelmatsche und unfreiwillige Slow-Motion-Effekte verhindern kann.

Wenn du soweit bist, dass du dein Projekt rendern möchtest, klickst du oben links auf den Reiter "Projekt" und anschließend auf "Rendern als...". Es öffnet sich nun ein Fenster, in dem du Einstellungen wie den Videodateinamen, den Zielort und das Ausgabeformat einstellen kann.

Erstellen der Render-Vorlage

Vorlage anpassen zum Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI
Vorlage anpassen zum Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI

Klicke nun auf "Video für Windows (*avi)", wähle eines der HD-Formate aus und klicke anschließend auf die Schaltfläche "Vorlage anpassen...". Es öffnet sich ein weiteres Fenster namens "Benutzerdefinierte Einstellungen". Stelle hier die richtige Auflösung und Framerate ein. Dazu wählst du bei "Framegröße" die Option "Projekteinstellungen verwenden" aus und wählst bei "Framerate" die richtige fps aus.

Richtige Einstellungen zum Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI
Richtige Einstellungen zum Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI

Tipp: In dem Feld "Framerate" kannst du deine fps auch manuell eingeben, falls sie im Menü nicht vorkommt.

Die Fieldreihenfolge sollte normalerweise auf "Progessive Scan" stehen, das "Pixelseitenverhältnis" auf "1,0000". "Interleave" kann auf alle "0,250 Sekunden" bestehen bleiben und das Häkchen bei "Neue mit OpelnDML (AVI Version 2.0) kompatible Datei erstellen" sollte ebenfalls vorhanden sein.

Im Reiter "Audio" kannst du die für dich optimalen Werte ebenfalls noch einstellen. Ich verwende ein PCM unkomprimiertes Audioformat, eine Samplerate von 48.000 Hz, eine Bittiefe von 16 und Stereo-Kanäle.

Im Reiter "Projekt" wählst du bei Videorenderqualität und Stereoskopischer 3D-Modus jeweils die Einstellung "Projekteinstellung verwenden".

Jetzt, wo alles Basissachen ausgewählt und eingestellt sind, kommen wir zum eigentlichen Sinn des Ganzen: Wir bringen den Lagarith Lossless Codec unter. Dafür gehen wir zurück auf den Reiter "Video". Unter "Videoformat" wählen wir nun den "Lagarith Lossless Codec" aus und klicken anschließend auf die Schaltfläche "Konfigurieren...".

Den Largarith Lossless Codec einstellen und konfigurieren
Den Largarith Lossless Codec einstellen und konfigurieren

Es öffnet sich ein weiteres Fenster mit mehreren Auswahlmöglichkeiten. Setze ein Häkchen bei "Enable Null Frames" und - es sei denn, du besitzt nur einen Single Core Prozessor, was für einen Let's Player ziemlich mies wäre ;) - ein Häkchen bei "Use Multithreading". Der Modus sollte standardmäßig auf "YV12" eingestellt sein. Bestätige mit "OK" und du kehrst zum vorherigen Fenster zurück.

Speichern der Vorlage

Jetzt geht es darum, die ganze Arbeit der letzten Minuten für die Ewigkeit abzuspeichern. Wer will das schon jedes Mal machen müssen, wenn er ein Video rendern möchte? Dafür klickst du einfach auf das Textfeld bei "Vorlage" und gibst dort einen passenden Vorlagen-Titel wie zum Beispiel "Largarith Lossless Codec 30 fps" ein. Anschließend klickst du auf die Speicherdiskette und schließt das Fenster mit "OK".

Das Fenster schließt sich und du kanst nun endlich auf den "Rendern"-Button klicken. Der Vorgang dauert nun einige Zeit und verbraucht eine Menge Speicherplatz, versicher dich also vorher, dass du genügend Speicherplatz hast!

Und wofür das alles?

Wir verwenden den Lagarith Lossless Codec, um im Anschluss eine unkomprimierte Videodatei in MeGUI einzuschleusen, die dann eine vergleichsweise kleine Videodatei in sehr hoher Bildqualität ausspuckt. Dort können wir dann zwischen mehrerern Ausgabeformaten auswählen, aber dazu Näheres im nächsten Schritt.

Beachte: Minimiere SMS11 niemals während eines Renderprozesses, lasse keine großen Programme nebenbei laufen und starte SMS11 vor jedem Renderprozess neu. So minimierst du Fehlerquellen, die nervige "schwarze Stellen" im Video produzieren.

Schritt 3: Kodieren mit MeGUI

Sobald der Renderprozess im Videobearbeitungsprogramm abgschlossen ist, können wir mit MeGUI weitermachen. Falls du das Programm noch nicht installiert hast - jetzt wäre ein sehr guter Zeitpunkt dafür ;) Falls du Update-Nachrichten erhälst, bestätige und führe sie durch. So stellst du sicher, dass du immer die besten Einstellungen für dein Video hast.

Schauen wir uns MeGUI mal etwas genauer an. Keine Sorge, es sieht nur so kompliziert... ach nein. Vergiss es. Wen soll ich belügen? Es ist kompliziert und man muss sich wirklich richtig reinarbeiten, um wirklich alle Funktionen zu verstehen. Aber mit diesem kleinen Leitfaden wirst du alles Notwendige schaffen, um anschließend ein bezauberndes und hochwertiges Video zu erhalten.

Die Voreinstellungen

Bevor du dein zuvor erstelltes Video importieren kannst, musst du vorher noch ein paar Grundeinstellungen vornehmen. Keine Sorge, das musst du danach eigentlich nie wieder machen.

Im Reiter "Input" klickst du bei "Encoder settings" auf das Drop-Down-Menü und wählst "x264: *scrachpad*" aus. Das ist der Codec, der für Youtube benötigt wird. Anschließend betätigst du die Schaltfläche "Config" rechts daneben.

Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem du wieder eine ganze Menge Einstellungen vornehmen kannst. Wir konzentrieren uns aber erst einmal auf die Hauptseite. Setzte zuallererst das Häkchen bei "Show Advanced Settings". Anschließend wählst du unter "Encoding Mode" die Funktion "Constant Quality" aus.

Konfigurations Dialog - Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI
Konfigurations Dialog - Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI

Bei der Einstellung zur Qualität kannst du ein bisschen rumprobieren. Zwischen 19-21.5 ist die Qualität sehr hübsch, umso weiter du nach unten gehst, desto besser wird die Qualität. Allerdings bleibt da die Frage, inwieweit ein solcher Wert sinnvoll ist. Ich persönlich habe den Wert immer auf 20 stehen und fahre damit eigentlich ganz gut.

Unter dem Schieberegler "Present" kannst du die Geschwindigkeit einstellen, in der gerendert werden soll. Umso schneller gerendert wird, desto mieser wird die Qualität. "Medium" sollte aber völlig ausreichen.

Die restlichen Einstellungen sollten standardmäßig so eingestellt sein, dass "Tuning" auf "None" steht, das "AVC Profile" "High" ist und das "AVC Level" "Unrestricted/Autoguess" ist. Das "Target Playback Device" sollte für Youtube auf "Default" stehen. Bestätige den "OK"-Button.

Die Format-Einstellungen

Nachdem wir den größten Einstellungswahnsinn erledigt haben, geht es nun darum, die restlichen Einstellungen vorzunehmen. Zuerst solltest du das Video "File Format" ändern. Ich persönlich verwende hier MKV. Das Dateiformat wird von Youtube ohne Probleme erkannt und nicht nachträglich komplett umkodiert wie zum Beispiel bei WMV oder MPEG.

Bei den Audio-Einstellungen setzt du die "Encoder Settings" auf "Flac: *Scratchpad*" und die "Extension" ebenfalls auf "FLAC".

Dateiformate einstellen - Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI
Dateiformate einstellen - Rendern mit dem Lagarith Lossless Codec und MeGUI

Das Video hinzufügen

Die folgenden Schritte solltest du dir nun gut merken, denn diese wirst du immer machen müssen, wenn du ein Video mit MeGUI rendern möchtest.

Klicke auf die Schaltfläche "Tools" oben in der Leiste und wähle den "AVS Script Creator" aus. Es öffnet sich ein weiteres Fenster. Unter "Video Input" wählst du die Datei aus, die du zuvor mit dem Largarith Lossless Codec erstellt hast. Es öffnet sich ein Popup-Fenster mit der Frage, wie du die Datei öffnen möchtest. Du bist jetzt ganz mutig und wählst den Experten Modus "AviSource" aus.

AVS Script Creator Einstellungen
AVS Script Creator Einstellungen

Es öffnet sich ein Video-Vorschaufenster, in dem du alle nachfolgenden Änderungen betrachten kannst. Es lohnt sich im Übrigen einmal das Video nach "schwarzen Stellen" abzusuchen. Besonders SMS11 produziert gerne einmal diese Stellen, vorallem, wenn neben dem Renderprozess andere Programme laufen oder das Fenster minimiert wurde.

Das Script ändern

In dem Fenster, in dem du auch das Video hinzugefügt hast, wechselst du nun zu dem Reiter "Script". Der Code sollte standardmäßig irgendwie so aussehen:

AVISource("E:\Dateiname.avi", audio=false).AssumeFPS(30,1)
#deinterlace
#crop
LanczosResize(1904,1072) # Lanczos (Sharp)
#denoise

Den ändern wir jetzt ein wenig um, sodass er folgendermaßen aussieht:

AVISource("E:\Dateiname.avi", audio=true).AssumeFPS(30)
#deinterlace
#denoise

Wie du siehst, haben wir einige Zeilen gelöscht und einige Werte verändert. Die Tatsache, dass wir "Audio" von "false" auf "true" umegändert haben, erlaubt MeGUI jetzt, neben der Videospur auch eine Tonspur zu produzieren. Bei "AssumeFPS" musst du unbedingt genau den fps-Wert einstellen, den du für deine Aufnahme und somit auf für den Renderprozess im Videobearbeitungsprogramm verwendet hast.

Den Wert "LanczosResize" hast du gelöscht, weil du natürlich dein Video bei der Auflösung belassen möchtest, die du zuvor eingestellt hast. Du könntest hiermit allerdings die Auflösung verkleinern oder - falls du vom rechten Weg abgekommen bist und miese Videoqualität in Kauf nimmst - deine Auflösung vergrößern. Da du das aber sicher nicht möchtest, hast du diese Zeile gelöscht.

"Crop" brauchst du in dem Fall dann auch nicht mehr, schließlich ist deine Auflösung genau im richtigen Bildseiten-Verhältnis von 16:9. Dein Video muss also nicht mehr zurechtgeschnitten werden.

Klicke nun auf die Schaltfläche "Save". Das Fenster sollte sich nun schließen und ein neues Video-Vorschau-Fenster sollte sich öffnen. Dieses kannst du wieder schließen, nachdem du dir die Änderungen noch einmal angeschaut hast.

Den Render-Vorgang starten

Jetzt klickst du im Hauptfenster von MeGUI nur noch rechts auf die zwei Schaltflächen "Queue" im Audio- und Videobereich, wechselst in den Reiter "Queue" und klickst auf "Start".

Warteschlange
Warteschlange

Sollte der Rendervorgang sofort starten, wenn du auf die Schaltfläche "Queue" gedrückt hast, die einzelne Datei also nicht in die Warteschleife geschickt werden, so ist die sogenannte "Autostart Queue"-Funktion aktiviert. Dies lässt sich mit wenigen Klicks beheben. Gehe dazu auf "Options" -> "Settings" und deaktiviere den Haken bei "Autostart Queue". Drücke anschließend auf "Save". Nun sollte die Warteschleife wieder aktiviert sein.

So kannst du die Autostart Queue-Funktion deaktivieren.
So kannst du die Autostart Queue-Funktion deaktivieren.

Natürlich kannst du mit MeGUI auch mehrere Videos nacheinander rendern lassen, dafür klickst du nachdem du ein Projekt gespeichert und in die Warteschlange gestellt hast auf "Reset" und machst die gleichen Schritte mit einem neuen Projekt. Anschließend kanns du im Reiter "Queue" die Warteschlange abarbeiten lassen und dem Programm unter "After encoding" zum Beispiel befehlen, den Computer nach Beendigung des Renderprozesses herunter zu fahren.

Schritt 4: Die Dateien zusammenführen

Nachdem MeGUI den Renderprozess abgeschlossen hat, gilt es lediglich die beiden Dateien (Video- und Audiodatei) zusammenzuführen. Dazu benötigst du das Programm mkvmerge GUI. Ich benutze hierzu die Version 6.1.0.

Ziehe die beiden Dateien einfach per Drag&Drop in das kleine Feld "Quelldateien" oder füge sie manuell über die Schaltfläche "hinzufügen" hinzu. Anschließend betätigst du die Schaltfläche "Muxen starten" und tadaa: Dein Video ist fertig für den Upload.

Fazit

Ich gebe zu, der ganze Prozess ist etwas umständlicher als ein einziger Rendervorgang im Videobearbeitungsprogramm. Allerdings erzeugt diese Methode wesentlich bessere Videoqualitäten. Und nachdem du die ganze Prozedur einige Male gemacht hast, fällt dir der Aufwand auch gar nicht mehr so arg auf. Und es geht auch wesentlich schneller! Probiere es doch einfach mal aus, vielleicht überzeugen dich ja doch die Qualitätsunterschiede ;)

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