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Erfolg kommt nicht ohne Arbeit

Ruhm und Geld - und das ohne viel Arbeit. Das erträumen sich wohl viele Leute und eröffnen ihren eigenen Let's Play Kanal. Doch wie sieht es wirklich aus? Wir begleiten ZwiebeLP auf dem Weg seiner LPer-Karriere.

Viele hoffen auf Erfolg und Geld verdienen im Internet ohne Arbeit
Viele hoffen auf Erfolg und Geld verdienen im Internet ohne Arbeit

"Die Leute werden sich schon wie die Wahnsinnigen auf meine Videos stürzen!", denkt sich ZwiebeLP. Er hat sich kurzum dazu entschlossen, Let's Player zu werden. Dieser "Gronkh" habe es schließlich auch geschafft und verdiene laut SocialBlade Millionen durchs Nichtstun. Und das, so denkt sich ZwiebeLP, kann er schon lange. Jahrelange Übung. "Arbeiten ist eh was für Loser!".

Die Technik ist schnell zusammengekramt

So kramt ZwiebeLP sein altes Headset hervor, repariert den Wackelkontakt am Kabel mit einem Klebestreifen und... Mist. Wie soll er denn jetzt das Spiel aufnehmen? Doch da kommt der rettende Gedanke. ZwiebeLPs großer Bruder hat seine Videokamera im Wohnzimmer vergessen. Die könne er doch nutzen.

Gesagt, getan: Die Kamera steht in Position, die Computerboxen sind aufgedreht und der Recorder für die Stimme läuft. Die Minecraft-Aufnahme kann also starten. Nach einer Stunde Aufnahme bearbeitet ZwiebeLP sein neues Let's Play mit dem Windows Movie Maker und läd sein Video auf seinem neuen Youtube-Kanal hoch. Mögen die Massen kommen...

Fehler in der Matrix!

Doch was ist das? Da muss doch ein Fehler vorliegen? Wie kann es sein, dass ZwiebeLPs Videos keine Klicks haben? Und wieso hat er noch keine Abos? "Was soll es!", so denkt sich ZwiebeLP. "Schreibe ich erst einmal meine Freunde an und lass sie meinen neuen Kanal abchecken, denn schließlich bin ich jetzt fame. YOLO, alter!"

Die Stunden vergehen, doch bis auf seine Freunde - die ihm natürlich bestätigen, dass seine Videos "DA SHIT" sind - findet einfach niemand den Weg auf seinen Kanal. Doch da kommt ZwiebeLP der Gedanke, wie ein Blitz schlägt er in sein Gehirn ein: "Es muss an den großen Let's Playern liegen! Die klauen mir einfach die Abonnenten! Doch was die können, das kann ich auch..."

Kommentare für die Lieben

Kommentarspam ist ein vermeintlich wirksames Mittel für Erfolg bei Youtube
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Und so besucht ZwiebeLP Gronkh und Co. und schreibt ihnen ein paar nette Kommentare unter die Videos:

hey klcik ma mein kanal!

Und endlich, die Leute kommen in Strömen auf seinen Kanal. Doch was soll das denn bitte? Negativ-Bewertungen und Shitstorms? Wieso "nervige Werbung"? "Wie sonst soll ich zu Abonnenten kommen, wenn mir die Views geklaut werden?" Ein Kommentar lässt ihn dann aber besonders nachdenken. Seine Videoqualität wäre einfach "peinlich und verstörend".

Altaa! Das kostet Geld!

ZwiebeLP durchsucht das Internet nach Tipps zum Let's Playen und stößt auf ein Programm namens Fraps, mit dem man den Desktop abfilmen und damit das Spiel aufnehmen kann. Doch "Altaaa, das Programm kostet Geld! Seh ich gar nicht ein!", denkt sich ZwiebeLP und saugt sich die gecrackte Version. Und wenn er schon mal dabei ist, kann er auch gleich dieses Sony Vegas ziehen.

Wenn Werbung nicht hilft, hilft einfach noch mehr Werbung!

Doch auch nach ein paar Tagen findet er die zwei Views seiner Freunde auf seinen Videos immer noch erbärmlich. Er entschließt sich dazu, seinen neuen Konkurrenten einen weiteren Besuch abzustatten und noch einmal ein wenig Werbung zu machen. Allerdings will er sich diesmal ein wenig schlauer anstellen:

hey geile vidios! Schau doch ma auf meine kanal vrboei!

Diesmal bekommt er zwar immer noch viele negative Kritik, doch die Views steigen! "Super!", denkt sich ZwiebeLP. Mit ein wenig mehr Werbung könne es nur noch bergauf gehen. Und so schreibt er fleißig weiter Kommentare. Bis er keine Lust mehr hat. Zu viel Arbeit.

Und was lernen wir daraus?

Die Moral von der Geschicht: Let's Playen ist keine gefundene Goldgrube, in die man springen und Millionen scheffeln kann. Dieses Hobby, was es zumindest eine ganze lange Zeit lang ist, bevor man auch nur im Traum daran denken kann, das Let's Playen zum Beruf zu machen - benötigt viel Zeit, Geduld und vorallem Geld. Um qualitativ hochwertige Videos zu produzieren, braucht man Equipment, Hardware und Software, die man nicht "mal eben saugen" oder zusammenflicken kann.

Und auch, wenn du nicht sofort 1000 Klicks und 1Mio. Abos bekommst, nimm dir Zeit und halte durch. Werbung in den Kommentarboxen anderer Leute ist nicht nur nervig, sondern auch unfair. In den Kommentaren soll es um den Inhalt der Videos gehen. Und wer möchte schon wegen Spam gesperrt werden ;)

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